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Spritrechner

Urlaubsfahrt mit dem Auto: Sprit, Maut und Vignette planen

Bei einer Urlaubsfahrt ins Ausland machen Maut und Vignetten oft ein Viertel bis ein Drittel der Fahrtkosten aus. Die Gesamtkosten setzen sich aus vier Posten zusammen, die sich vor der Abfahrt ermitteln lassen: Sprit, Streckenmaut, zeitbezogene Vignetten und Parkgebühren. Als ein Betrag lassen sie sich durch die Mitreisenden teilen und mit Bahn, Flug oder Mietwagen vergleichen.

Reisekosten in einer Rechnung

Der Sprit wird aus Strecke, Verbrauch und Literpreis berechnet, und zwar mit dem Preis des Landes, in dem getankt wird. Maut und Vignetten kommen als feste Beträge dazu, Parken je Tag oder Nacht. Die Entfernung liefert ein Routenplaner; dort lässt sich meist auch die mautfreie Route anzeigen. Für Hin- und Rückfahrt wird alles verdoppelt, die Vignette nur, wenn ihr Zeitraum nicht beide Fahrten abdeckt.

Reisekosten = Sprit + Streckenmaut + Vignetten + Parkgebühren (+ Mietwagenpreis)

900 km durch Frankreich, 7 l/100 km, 1,95 €/l: 900 ÷ 100 × 7 × 1,95 = 122,85 € für 63 l Sprit.

Dazu 600 km mautpflichtige Autobahn zu rund 9 Cent (54 €) und 25 € Parken: zusammen 201,85 €. Zu viert sind das 201,85 ÷ 4 = 50,46 € je Person und Richtung.

Die einzelnen Posten rechnet der Spritrechner im Tab Fahrt zusammen, einschließlich Maut, Parken und Anteil pro Person. Wie Maut und Vignette fair auf Mitfahrende verteilt werden, die nur einen Teil der Strecke mitfahren, steht unter Spritgeld für Mitfahrer.

Spritpreise in den Nachbarländern

Die Spritpreise in Europa unterscheiden sich vor allem durch Energiesteuer und Mehrwertsteuer. Der Abstand zu Deutschland kann 30 Cent je Liter und mehr betragen und wechselt mit Steuersätzen und Wechselkursen. Aktuelle Durchschnittspreise je Land veröffentlichen die EU-Kommission im wöchentlichen Oil Bulletin und die Automobilclubs.

Typische Preislage, kein fester Wert. Vor der Fahrt die aktuellen Preise prüfen.
LänderPreislage gegenüber DeutschlandTankstrategie
Luxemburg, Österreich, Polen, Tschechienoft günstigermit niedrigem Tankstand einreisen und dort volltanken
Frankreich, Belgien, Spanien, Kroatienähnlich, je nach Sorte und ZeitpunktPreise vergleichen, Autobahn meiden
Dänemark, Niederlande, Italien, Schweizoft teurervor der Grenze volltanken

Ob ein gezielter Umweg zur Tankstelle im Nachbarland lohnt, steht unter Wann Tanken am günstigsten ist.

Vignette in Österreich, Schweiz, Tschechien, Slowenien

Diese Länder verlangen für Autobahnen und Schnellstraßen eine zeitbezogene Vignette statt einer Streckenmaut. Sie gilt für das Fahrzeug, nicht für die Person, und wird bei digitalen Varianten über Kameras am Kennzeichen kontrolliert. Wer ohne gültige Vignette fährt, zahlt eine Ersatzmaut oder ein Bußgeld, das ein Vielfaches des Vignettenpreises beträgt.

LandFormZeiträume für PkwBesonderheit
Österreichdigital oder Klebevignette1 Tag, 10 Tage, 2 Monate, Jahrdigitale Vignette online: Gültigkeit erst 18 Tage nach Kauf, wenn nicht auf das Widerrufsrecht verzichtet wird; Sondermaut für Brenner, Tauern, Arlberg und andere Strecken
SchweizE-Vignette oder Klebevignettenur Jahresvignettegilt 14 Monate, vom 1. Dezember des Vorjahres bis 31. Januar des Folgejahres; Anhänger und Wohnwagen brauchen eine eigene
Tschechiendigital, an das Kennzeichen gebunden1 Tag, 10 Tage, 30 Tage, 365 TageJahresvignette gilt ab Kaufdatum, nicht im Kalenderjahr
Sloweniendigital, an das Kennzeichen gebundenWoche, Monat, JahrKarawanken-Tunnel zusätzlich mautpflichtig

Ungarn, die Slowakei, Bulgarien und Rumänien arbeiten ebenfalls mit digitalen Vignetten. Die Preise ändern sich jedes Jahr und stehen auf den Seiten der jeweiligen Betreiber (ASFINAG, Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit, edalnice.cz, evinjeta.dars.si). Weiterverkäufer im Internet verlangen oft einen Aufschlag für dieselbe Vignette. Ein Tippfehler im Kennzeichen macht die digitale Vignette ungültig; das Kennzeichen vor dem Bezahlen Zeichen für Zeichen prüfen.

Auf der Durchreise lohnt der Vergleich: Wer Österreich nur auf wenigen Kilometern durchquert, kann mit einer Tagesvignette oder einer Route über mautfreie Bundesstraßen günstiger fahren als mit der 10-Tages-Vignette.

Streckenmaut in Frankreich, Italien, Spanien

Streckenmaut wird je gefahrenem Autobahnabschnitt erhoben, der Betrag hängt von Strecke und Fahrzeugklasse ab. Ein Pkw mit Anhänger oder Wohnwagen fällt in eine höhere Klasse.

Frankreich
Meist geschlossenes System: Ticket bei der Einfahrt, Zahlung an der Ausfahrt nach gefahrener Strecke. Einzelne Autobahnen wie die A4 und die A13/A14 bei Paris arbeiten ohne Schranken („flux libre“); dort wird innerhalb von 72 Stunden online bezahlt. Planwert für Pkw: 8–11 Cent je Kilometer.
Italien
Geschlossenes System wie in Frankreich, Planwert 7–9 Cent je Kilometer. In vielen Innenstädten gelten Zonen mit beschränktem Verkehr (ZTL), deren Befahren per Kamera erfasst und auch Monate später mit Bußgeld nach Deutschland geschickt wird.
Spanien
Viele frühere Mautautobahnen sind seit dem Auslaufen der Konzessionen mautfrei, einzelne Strecken (AP) bleiben kostenpflichtig.
Portugal und Kroatien
Portugal hat auf mehreren früher elektronisch bemauteten Autobahnen die Maut abgeschafft, andere Strecken erfassen das Kennzeichen elektronisch. Kroatien erhebt Streckenmaut auf den Hauptautobahnen.

Bezahlt wird mit Kreditkarte, bar oder über eine Mautbox, die an eigenen Spuren ohne Halt durchfährt und sich bei mehreren Fahrten im Jahr lohnt. Genaue Beträge je Strecke liefern die Mautrechner der Betreiber.

600 km französische Autobahn zu rund 9 Cent: 600 × 0,09 = 54 €. Mautfreie Nationalstraßen sparen das Geld, verlängern die Fahrt aber oft um Stunden und erhöhen durch Ortsdurchfahrten und Kreisverkehre den Verbrauch.

In Frankreich brauchen viele Großstädte die Umweltplakette Crit'Air, die online bestellt wird und einige Tage Lieferzeit hat.

Tankstopps und Reichweite planen

Die Reichweite im Datenblatt gilt für den Normverbrauch. Für die Planung zählt der Realverbrauch, der auf der Autobahn mit Gepäck und Klimaanlage oft 20–30 % über dem WLTP-Wert liegt.

Reichweite (km) = Tankinhalt (l) × 100 ÷ Verbrauch (l/100 km)

50-Liter-Tank bei 7 l/100 km: 50 × 100 ÷ 7 = 714 km. Mit Dachbox und 8,5 l/100 km: 50 × 100 ÷ 8,5 = 588 km.

Mit dem Elektroauto gilt dasselbe Prinzip mit Ladestopps: Schnelllader entlang der Route vorab prüfen, mit 10–20 % Restladung ankommen und bis etwa 80 % laden, weil die Ladeleistung danach stark sinkt. An Urlaubstagen sind Ladeparks an Autobahnen oft ausgelastet.

Mit Anhänger oder Wohnwagen

Ein Wohnwagen vergrößert Stirnfläche und Gewicht, der Verbrauch steigt deshalb oft um 30–50 %. In Deutschland gilt für Gespanne bis 3,5 t Tempo 80, mit Tempo-100-Zulassung und entsprechender Plakette 100 km/h. Andere Länder haben eigene Grenzen, Österreich etwa 100 km/h für Gespanne bis 3,5 t, Italien 80 km/h.

1.200 km, Auto allein 7 l/100 km bei 2,15 €/l: 12 × 7 × 2,15 = 180,60 €. Mit Wohnwagen und 40 % Mehrverbrauch: 12 × 9,8 × 2,15 = 252,84 €.

Der Wohnwagen kostet 72,24 € Sprit zusätzlich, die Reichweite eines 50-Liter-Tanks sinkt von 714 auf 510 km.